Haftarat Waera

Wochenabschnitt: וָאֵרָא • Waera

Ezekiel 28:25 – 29:21

עִבְרִית • Hebräischer Text

פרק כח

כה כֹּֽה־אָמַר֘ אֲדֹנָ֣י יֱהֹוִה֒ בְּקַבְּצִ֣י | אֶת־בֵּ֣ית יִשְׂרָאֵ֗ל מִן־הָֽעַמִּים֙ אֲשֶׁ֣ר נָפֹ֣צוּ בָ֔ם וְנִקְדַּ֥שְׁתִּי בָ֖ם לְעֵינֵ֣י הַגּוֹיִ֑ם וְיָֽשְׁבוּ֙ עַל־אַדְמָתָ֔ם אֲשֶׁ֥ר נָתַ֖תִּי לְעַבְדִּ֥י לְיַֽעֲקֹֽב:
כו וְיָֽשְׁב֣וּ עָלֶיהָ֘ לָבֶטַח֒ וּבָנ֚וּ בָתִּים֙ וְנָֽטְע֣וּ כְרָמִ֔ים וְיָֽשְׁב֖וּ לָבֶ֑טַח בַּֽעֲשׂוֹתִ֣י שְׁפָטִ֗ים בְּכֹ֨ל הַשָּׁאטִ֚ים אֹתָם֙ מִסְּבִ֣יבֹתָ֔ם וְיָ֣דְע֔וּ כִּ֛י אֲנִ֥י יְהֹוָ֖ה אֱלֹֽהֵיהֶֽם:

פרק כט

א בַּשָּׁנָה֙ הָֽעֲשִׂרִ֔ית בָּֽעֲשִׂרִ֕י בִּשְׁנֵ֥ים עָשָׂ֖ר לַחֹ֑דֶשׁ הָיָ֥ה דְבַר־יְהֹוָ֖ה אֵלַ֥י לֵאמֹֽר:
ב בֶּן־אָדָ֕ם שִׂ֣ים פָּנֶ֔יךָ עַל־פַּרְעֹ֖ה מֶ֣לֶךְ מִצְרָ֑יִם וְהִנָּבֵ֣א עָלָ֔יו וְעַל־מִצְרַ֖יִם כֻּלָּֽהּ:
ג דַּבֵּ֨ר וְאָמַרְתָּ֜ כֹּֽה־אָמַ֣ר | אֲדֹנָ֣י יֱהֹוִ֗ה הִֽנְנִ֚י עָלֶ֙יךָ֙ פַּרְעֹ֣ה מֶֽלֶךְ־מִצְרַ֔יִם הַתַּנִּים֙ הַגָּד֔וֹל הָֽרֹבֵ֖ץ בְּת֣וֹךְ יְאֹרָ֑יו אֲשֶׁ֥ר אָמַ֛ר לִ֥י יְאֹרִ֖י וַֽאֲנִ֥י עֲשִׂיתִֽנִי:
ד וְנָתַתִּ֚י חַחִים֙ (כתיב חַחִיים֙) בִּלְחָיֶ֔יךָ וְהִדְבַּקְתִּ֥י דְגַת־יְאֹרֶ֖יךָ בְּקַשְׂקְשֹׂתֶ֑יךָ וְהַֽעֲלִיתִ֙יךָ֙ מִתּ֣וֹךְ יְאֹרֶ֔יךָ וְאֵת֙ כָּל־דְּגַ֣ת יְאֹרֶ֔יךָ בְּקַשְׂקְשֹׂתֶֽיךָ תִּדְבָּֽק:
ה וּנְטַשְׁתִּ֣יךָ הַמִּדְבָּ֗רָה אֽוֹתְךָ֙ וְאֵת֙ כָּל־דְּגַ֣ת יְאֹרֶ֔יךָ עַל־פְּנֵ֚י הַשָּׂדֶה֙ תִּפּ֔וֹל לֹ֥א תֵֽאָסֵ֖ף וְלֹ֣א תִקָּבֵ֑ץ לְחַיַּ֥ת הָאָ֛רֶץ וּלְע֥וֹף הַשָּׁמַ֖יִם נְתַתִּ֥יךָ לְאָכְלָֽה:
ו וְיָֽדְעוּ֙ כָּל־יֹֽשְׁבֵ֣י מִצְרַ֔יִם כִּ֖י אֲנִ֣י יְהֹוָ֑ה יַ֧עַן הֱיוֹתָ֛ם מִשְׁעֶ֥נֶת קָנֶ֖ה לְבֵ֥ית יִשְׂרָאֵֽל:
ז בְּתָפְשָׂ֨ם בְּךָ֚ בַכַּף֙ (כתיב בַכַּפ֙ך) תֵּר֔וֹץ וּבָֽקַעְתָּ֥ לָהֶ֖ם כָּל־כָּתֵ֑ף וּבְהִשָּֽׁעֲנָ֚ם עָלֶ֙יךָ֙ תִּשָּׁבֵ֔ר וְהַֽעֲמַדְתָּ֥ לָהֶ֖ם כָּל־מָתְנָֽיִם:
ח לָכֵ֗ן כֹּ֚ה אָמַר֙ אֲדֹנָ֣י יֱהֹוִ֔ה הִנְנִ֛י מֵבִ֥יא עָלַ֖יִךְ חָ֑רֶב וְהִכְרַתִּ֥י מִמֵּ֖ךְ אָדָ֥ם וּבְהֵמָֽה:
ט וְהָֽיְתָ֚ה אֶֽרֶץ־מִצְרַ֙יִם֙ לִשְׁמָמָ֣ה וְחָרְבָּ֔ה וְיָֽדְע֖וּ כִּֽי־אֲנִ֣י יְהֹוָ֑ה יַ֧עַן אָמַ֛ר יְאֹ֥ר לִ֖י וַֽאֲנִ֥י עָשִֽׂיתִי:
י לָכֵ֛ן הִֽנְנִ֥י אֵלֶ֖יךָ וְאֶל־יְאֹרֶ֑יךָ וְנָֽתַתִּ֞י אֶת־אֶ֣רֶץ מִצְרַ֗יִם לְחָרְבוֹת֙ חֹ֣רֶב שְׁמָמָ֔ה מִמִּגְדֹּ֥ל סְוֵנֵ֖ה וְעַד־גְּב֥וּל כּֽוּשׁ:
יא לֹ֚א תַֽעֲבָר־בָּהּ֙ רֶ֣גֶל אָדָ֔ם וְרֶ֥גֶל בְּהֵמָ֖ה לֹ֣א תַֽעֲבָר־בָּ֑הּ וְלֹ֥א תֵשֵׁ֖ב אַרְבָּעִ֥ים שָׁנָֽה:
יב וְנָתַתִּ֣י אֶת־אֶרֶץ֩ מִצְרַ֨יִם שְׁמָמָ֜ה בְּת֣וֹךְ | אֲרָצ֣וֹת נְשַׁמּ֗וֹת וְעָרֶ֙יהָ֙ בְּת֨וֹךְ עָרִ֚ים מָֽחֳרָבוֹת֙ תִּֽהְיֶ֣יןָ שְׁמָמָ֔ה אַרְבָּעִ֖ים שָׁנָ֑ה וַֽהֲפִֽצֹתִ֚י אֶת־מִצְרַ֙יִם֙ בַּגּוֹיִ֔ם וְזֵֽרִיתִ֖ים בָּֽאֲרָצֽוֹת:
יג כִּ֛י כֹּ֥ה אָמַ֖ר אֲדֹנָ֣י יֱהֹוִ֑ה מִקֵּ֞ץ אַרְבָּעִ֚ים שָׁנָה֙ אֲקַבֵּ֣ץ אֶת־מִצְרַ֔יִם מִן־הָֽעַמִּ֖ים אֲשֶׁר־נָפֹ֥צוּ שָֽׁמָּה:
יד וְשַׁבְתִּי֙ אֶת־שְׁב֣וּת מִצְרַ֔יִם וַֽהֲשִֽׁבֹתִ֚י אֹתָם֙ אֶ֣רֶץ פַּתְר֔וֹס עַל־אֶ֖רֶץ מְכֽוּרָתָ֑ם וְהָ֥יוּ שָׁ֖ם מַמְלָכָ֥ה שְׁפָלָֽה:
טו מִן־הַמַּמְלָכוֹת֙ תִּֽהְיֶ֣ה שְׁפָלָ֔ה וְלֹֽא־תִתְנַשֵּׂ֥א ע֖וֹד עַל־הַגּוֹיִ֑ם וְהִ֨מְעַטְתִּ֔ים לְבִלְתִּ֖י רְד֥וֹת בַּגּוֹיִֽם:
טז וְלֹ֣א יִֽהְיֶה־עוֹד֩ לְבֵ֨ית יִשְׂרָאֵ֚ל לְמִבְטָח֙ מַזְכִּ֣יר עָו‍ֹ֔ן בִּפְנוֹתָ֖ם אַֽחֲרֵיהֶ֑ם וְיָ֣דְע֔וּ כִּ֥י אֲנִ֖י אֲדֹנָ֥י יֱהֹוִֽה:
יז וַיְהִ֗י בְּעֶשְׂרִ֚ים וָשֶׁ֙בַע֙ שָׁנָ֔ה בָּֽרִאשׁ֖וֹן בְּאֶחָ֣ד לַחֹ֑דֶשׁ הָיָ֥ה דְבַר־יְהֹוָ֖ה אֵלַ֥י לֵאמֹֽר:
יח בֶּן־אָדָ֗ם נְבֽוּכַדְרֶאצַּ֣ר מֶֽלֶךְ־בָּ֠בֶל הֶֽעֱבִ֨יד אֶת־חֵיל֜וֹ עֲבֹדָ֚ה גְדֹלָה֙ אֶל־צֹ֔ר כָּל־רֹ֣אשׁ מֻקְרָ֔ח וְכָל־כָּתֵ֖ף מְרוּטָ֑ה וְ֠שָׂכָר לֹא־הָ֨יָה ל֚וֹ וּלְחֵילוֹ֙ מִצֹּ֔ר עַל־הָֽעֲבֹדָ֖ה אֲשֶׁר־עָבַ֥ד עָלֶֽיהָ:
יט לָכֵ֗ן כֹּ֚ה אָמַר֙ אֲדֹנָ֣י יֱהֹוִ֔ה הִנְנִ֥י נֹתֵ֛ן לִנְבֽוּכַדְרֶאצַּ֥ר מֶֽלֶךְ־בָּבֶ֖ל אֶת־אֶ֣רֶץ מִצְרָ֑יִם וְנָשָׂ֨א הֲמֹנָ֜הּ וְשָׁלַ֚ל שְׁלָלָהּ֙ וּבָזַ֣ז בִּזָּ֔הּ וְהָֽיְתָ֥ה שָׂכָ֖ר לְחֵילֽוֹ:
כ פְּעֻלָּתוֹ֙ אֲשֶׁר־עָ֣בַד בָּ֔הּ נָתַ֥תִּי ל֖וֹ אֶת־אֶ֣רֶץ מִצְרָ֑יִם אֲשֶׁר֙ עָ֣שׂוּ לִ֔י נְאֻ֖ם אֲדֹנָ֥י יֱהֹוִֽה:
כא בַּיּ֣וֹם הַה֗וּא אַצְמִ֚יחַ קֶ֙רֶן֙ לְבֵ֣ית יִשְׂרָאֵ֔ל וּלְךָ֛ אֶתֵּ֥ן פִּתְחֽוֹן־פֶּ֖ה בְּתוֹכָ֑ם וְיָֽדְע֖וּ כִּי־אֲנִ֥י יְהֹוָֽה:

Deutsche Übersetzung

Kapitel 28

25 So spricht Haschem, der Herr: Wenn ich das Haus Israel aus den Völkern sammle, unter die sie zerstreut wurden, und mich an ihnen vor den Augen der Nationen heilige, dann werden sie auf ihrem Land wohnen, das ich meinem Knecht Jaʿakow gegeben habe.
26 Sie werden darauf in Sicherheit wohnen, Häuser bauen und Weinberge pflanzen. Sie werden in Sicherheit wohnen, wenn ich Gericht vollziehe an allen, die sie ringsum verachtet haben. Dann werden sie erkennen, dass ich Haschem, ihr Gott, bin.

Kapitel 29

1 Im zehnten Jahr, am zehnten Tag des Monats, geschah das Wort Haschems zu mir:
2 Menschensohn, richte dein Angesicht gegen den Pharao, den König von Ägypten, und weissage gegen ihn und gegen ganz Ägypten.
3 Rede und sprich: So spricht Haschem, der Herr: Siehe, ich komme über dich, Pharao, König von Ägypten, du großer Drache, der mitten in seinen Strömen liegt und spricht: „Mein Nil gehört mir, ich habe ihn mir selbst gemacht.“
4 Ich werde Haken in deine Kinnladen legen und die Fische deiner Ströme an deine Schuppen kleben lassen. Ich werde dich aus deinen Strömen herausziehen, samt allen Fischen deiner Ströme, die an deinen Schuppen hängen.
5 Ich werde dich in die Wüste werfen, dich und alle Fische deiner Ströme. Du wirst auf das offene Feld fallen, nicht gesammelt und nicht begraben werden. Den Tieren der Erde und den Vögeln des Himmels gebe ich dich zur Speise.
6 Dann werden alle Bewohner Ägyptens erkennen, dass ich Haschem bin, weil sie dem Haus Israel nur ein Rohrstab zur Stütze waren.
7 Als sie sich an dich anlehnten, zerbrachst du und rissest ihnen jede Schulter auf; und als sie sich auf dich stützten, brachst du und ließest alle ihre Hüften wanken.
8 Darum spricht Haschem, der Herr: Siehe, ich bringe das Schwert über dich und rotte aus dir Mensch und Tier.
9 Das Land Ägypten soll zur Einöde und Wüste werden, und sie werden erkennen, dass ich Haschem bin – weil er gesagt hat: „Der Nil gehört mir, ich habe ihn gemacht.“
10 Darum komme ich über dich und über deine Ströme und mache das Land Ägypten zu völligen Verwüstungen, von Migdol bis Sene, bis an die Grenze von Kusch.
11 Kein Menschenfuß wird es durchziehen, kein Tierfuß wird es durchziehen; vierzig Jahre lang wird es nicht bewohnt sein.
12 Ich mache das Land Ägypten zur Einöde inmitten verwüsteter Länder, und seine Städte sollen unter zerstörten Städten vierzig Jahre lang öde sein. Ich werde die Ägypter unter die Völker zerstreuen und sie in die Länder zerstreuen.
13 Doch so spricht Haschem, der Herr: Nach vierzig Jahren werde ich Ägypten aus den Völkern sammeln, unter die sie zerstreut wurden.
14 Ich wende das Geschick Ägyptens und bringe sie zurück in das Land Patros, in das Land ihres Ursprungs, und dort werden sie ein niedriges Königreich sein.
15 Es wird das niedrigste unter den Königreichen sein und sich nicht mehr über die Völker erheben; ich werde sie gering machen, sodass sie nicht mehr über die Nationen herrschen.
16 Es wird für das Haus Israel kein trügerischer Halt mehr sein, der an Schuld erinnert, wenn sie sich ihnen zuwenden. Dann werden sie erkennen, dass ich Haschem, der Herr, bin.
17 Im siebenundzwanzigsten Jahr, im ersten Monat, am ersten Tag des Monats, geschah das Wort Haschems zu mir:
18 Menschensohn, Nebukadnezar, der König von Babel, ließ sein Heer schwere Arbeit gegen Tyrus verrichten; jedes Haupt wurde kahl und jede Schulter wund, doch er und sein Heer erhielten keinen Lohn aus Tyrus für die Arbeit, die sie verrichtet hatten.
19 Darum spricht Haschem, der Herr: Siehe, ich gebe Nebukadnezar, dem König von Babel, das Land Ägypten. Er wird seine Menge wegtragen, seine Beute rauben und seinen Raub nehmen; das soll der Lohn für sein Heer sein.
20 Als Entgelt für die Arbeit, die er für mich verrichtet hat, gebe ich ihm das Land Ägypten, spricht Haschem, der Herr.
21 An jenem Tag werde ich dem Haus Israel ein Horn des Aufstiegs wachsen lassen, und dir werde ich einen offenen Mund in ihrer Mitte geben. Dann werden sie erkennen, dass ich Haschem bin.

Kommentar und Kontext

Die Haftara zu Wa’era stellt den Pharao von Ägypten als Sinnbild menschlichen Hochmuts dar. Er sieht sich selbst als Ursprung seiner Macht und behauptet, sein Reich aus eigener Kraft geschaffen zu haben. Genau diese Selbstüberhöhung ruft das Gericht Haschems hervor. Ägypten wird entlarvt als trügerische Stütze, auf die sich Israel vergeblich verlassen hatte.

Haschem zeigt durch den Propheten Jecheskel, dass Ägypten kein Retter ist, sondern ein brüchiger Halt, der denen schadet, die sich auf ihn stützen. Der Sturz des Pharao ist kein politisches Ereignis allein, sondern eine Offenbarung: Keine Macht besteht unabhängig von Haschem, und keine Herrschaft darf sich selbst vergöttlichen.

Gleichzeitig enthält die Haftara eine klare Verheißung für Israel. Während Ägypten erniedrigt wird, sammelt Haschem Sein Volk aus der Zerstreuung, führt es zurück in sein Land und lässt es dort in Sicherheit wohnen. Diese Rückkehr dient der Heiligung von Haschems Namen vor den Nationen.

Die Verbindung zu Wa’era ist eindeutig: Wie im Auszug aus Ägypten wird auch hier die Macht des Pharao gebrochen, um zu zeigen, dass Erlösung nicht durch menschliche Stärke, sondern allein durch Haschem geschieht. Der Fall Ägyptens und die Bewahrung Israels stehen nebeneinander als Ausdruck göttlicher Gerechtigkeit und Treue.