Haftarat Wajetze

Wochenabschnitt: וַיֵּרָא‎ • Wajetze

Hosea 11:7 – 12:14

עִבְרִית • Hebräischer Text

ז וְעַמִּ֥י תְלוּאִ֖ים לִמְשֽׁוּבָתִ֑י וְאֶל־עַל֙ יִקְרָאֻ֔הוּ יַ֖חַד לֹ֥א יְרוֹמֵֽם:
ח אֵ֞יךְ אֶתֶּנְךָ֣ אֶפְרַ֗יִם אֲמַגֶּנְךָ֙ יִשְׂרָאֵ֔ל אֵ֚יךְ אֶתֶּנְךָ֣ כְאַדְמָ֔ה אֲשִֽׂימְךָ֖ כִּצְבֹאיִ֑ם נֶהְפַּ֚ךְ עָלַי֙ לִבִּ֔י יַ֖חַד נִכְמְר֥וּ נִֽחוּמָֽי:
ט לֹ֤א אֶֽעֱשֶׂה֙ חֲר֣וֹן אַפִּ֔י לֹ֥א אָשׁ֖וּב לְשַׁחֵ֣ת אֶפְרָ֑יִם כִּ֣י אֵ֤ל אָֽנֹכִי֙ וְלֹֽא־אִ֔ישׁ בְּקִרְבְּךָ֣ קָד֔וֹשׁ וְלֹ֥א אָב֖וֹא בְּעִֽיר:
י אַֽחֲרֵ֧י יְהֹוָ֛ה יֵֽלְכ֖וּ כְּאַרְיֵ֣ה יִשְׁאָ֑ג כִּי־ה֣וּא יִשְׁאַ֔ג וְיֶֽחֶרְד֥וּ בָנִ֖ים מִיָּֽם:
יא יֶֽחֶרְד֚וּ כְצִפּוֹר֙ מִמִּצְרַ֔יִם וּכְיוֹנָ֖ה מֵאֶ֣רֶץ אַשּׁ֑וּר וְהֽוֹשַׁבְתִּ֥ים עַל־בָּֽתֵּיהֶ֖ם נְאֻם־יְהֹוָֽה:

 פרק יב

א סְבָבֻ֚נִי בְכַ֙חַשׁ֙ אֶפְרַ֔יִם וּבְמִרְמָ֖ה בֵּ֣ית יִשְׂרָאֵ֑ל וִֽיהוּדָ֗ה עֹ֥ד רָד֙ עִם־אֵ֔ל וְעִם־קְדוֹשִׁ֖ים נֶֽאֱמָֽן:
ב אֶפְרַ֜יִם רֹעֶ֥ה ר֙וּחַ֙ וְרֹדֵ֣ף קָדִ֔ים כָּל־הַיּ֕וֹם כָּזָ֥ב וָשֹׁ֖ד יַרְבֶּ֑ה וּבְרִית֙ עִם־אַשּׁ֣וּר יִכְרֹ֔תוּ וְשֶׁ֖מֶן לְמִצְרַ֥יִם יוּבָֽל:
ג וְרִ֥יב לַֽיהֹוָ֖ה עִם־יְהוּדָ֑ה וְלִפְקֹ֚ד עַל־יַֽעֲקֹב֙ כִּדְרָכָ֔יו כְּמַֽעֲלָלָ֖יו יָשִׁ֥יב לֽוֹ:
ד בַּבֶּ֖טֶן עָקַ֣ב אֶת־אָחִ֑יו וּבְאוֹנ֖וֹ שָׂרָ֥ה אֶת־אֱלֹהִֽים:
ה וַיָּ֚שַׂר אֶל־מַלְאָךְ֙ וַיֻּכָ֔ל בָּכָ֖ה וַיִּתְחַנֶּן־ל֑וֹ בֵּֽית־אֵל֙ יִמְצָאֶ֔נּוּ וְשָׁ֖ם יְדַבֵּ֥ר עִמָּֽנוּ:
ו וַֽיהֹוָ֖ה אֱלֹהֵ֣י הַצְּבָא֑וֹת יְהֹוָ֖ה זִכְרֽוֹ:
ז וְאַתָּ֖ה בֵּֽאלֹהֶ֣יךָ תָשׁ֑וּב חֶ֚סֶד וּמִשְׁפָּט֙ שְׁמֹ֔ר וְקַוֵּ֥ה אֶל־אֱלֹהֶ֖יךָ תָּמִֽיד:
ח כְּנַ֗עַן בְּיָד֛וֹ מֹֽאזְנֵ֥י מִרְמָ֖ה לַֽעֲשֹׁ֥ק אָהֵֽב:
ט וַיֹּ֣אמֶר אֶפְרַ֔יִם אַ֣ךְ עָשַׁ֔רְתִּי מָצָ֥אתִי א֖וֹן לִ֑י כָּל־יְגִיעַ֕י לֹ֥א יִמְצְאוּ־לִ֖י עָו‍ֹ֥ן אֲשֶׁר־חֵֽטְא:
י וְאָֽנֹכִ֛י יְהֹוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ מֵאֶ֣רֶץ מִצְרָ֑יִם עֹ֛ד אוֹשִֽׁיבְךָ֥ בָֽאֳהָלִ֖ים כִּימֵ֥י מוֹעֵֽד:
יא וְדִבַּ֙רְתִּי֙ עַל־הַנְּבִיאִ֔ים וְאָֽנֹכִ֖י חָז֣וֹן הִרְבֵּ֑יתִי וּבְיַ֥ד הַנְּבִיאִ֖ים אֲדַמֶּֽה:
יב אִם־גִּלְעָ֥ד אָ֙וֶן֙ אַךְ־שָׁ֣וְא הָי֔וּ בַּגִּלְגָּ֖ל שְׁוָרִ֣ים זִבֵּ֑חוּ גַּ֚ם מִזְבְּחוֹתָם֙ כְּגַלִּ֔ים עַ֖ל תַּלְמֵ֥י שָׂדָֽי:
יג וַיִּבְרַ֥ח יַֽעֲקֹ֖ב שְׂדֵ֣ה אֲרָ֑ם וַיַּֽעֲבֹ֚ד יִשְׂרָאֵל֙ בְּאִשָּׁ֔ה וּבְאִשָּׁ֖ה שָׁמָֽר:
יד וּבְנָבִ֕יא הֶֽעֱלָ֧ה יְהֹוָ֛ה אֶת־יִשְׂרָאֵ֖ל מִמִּצְרָ֑יִם וּבְנָבִ֖יא נִשְׁמָֽר:

Deutsche Übersetzung

7 Mein Volk ist fest entschlossen, sich von mir abzuwenden.
Man ruft es nach oben – doch keiner richtet sich wirklich auf.
8 Wie könnte ich dich preisgeben, Efrajim?
Wie könnte ich dich ausliefern, Jisrael?
Wie könnte ich dich machen wie Adma,
dich behandeln wie Zwojim?
Mein Herz wendet sich in mir,
mein Mitleid ist ganz aufgewühlt.
9 Ich werde meinen glühenden Zorn nicht ausführen,
ich werde Efrajim nicht noch einmal vernichten.
Denn ich bin Haschem und kein Mensch,
der Heilige in deiner Mitte,
und ich komme nicht in zerstörerischem Zorn.
10 Haschem werden sie folgen.
Wie ein Löwe wird er rufen;
wenn er ruft,
werden die Kinder zitternd aus dem Westen kommen.
11 Sie werden zitternd kommen wie Vögel aus Ägypten
und wie Tauben aus dem Land Aschur.
Ich werde sie in ihre Häuser zurückbringen,
spricht Haschem.

Kapitel 12

1 Efrajim umgibt mich mit Lüge
und das Haus Jisrael mit Trug.
Jehuda hält zwar noch an Haschem fest
und bleibt dem Heiligen treu.
2 Efrajim hütet Wind
und jagt dem Ostwind nach.
Den ganzen Tag vermehrt er Lüge und Gewalt.
Einen Bund schließt man mit Aschur,
und Öl wird nach Ägypten gebracht.
3 Haschem hat einen Rechtsstreit mit Jehuda
und wird Jaakow zur Rechenschaft ziehen nach seinen Wegen,
nach seinen Taten wird er ihm vergelten.
4 Schon im Mutterleib hielt er seinen Bruder an der Ferse,
und in seiner Kraft rang er mit Haschem.
5 Er rang mit dem Boten und war überlegen;
er weinte und flehte ihn an.
In Bet-El fand er ihn,
und dort sprach er mit uns.
6 Haschem, der Gott der Heerscharen –
Haschem ist sein Name.
7 Du aber sollst zu Haschem zurückkehren.
Bewahre Güte und Recht
und hoffe beständig auf Haschem.
8 Kena’an – in seiner Hand sind trügerische Waagen,
er liebt es, zu betrügen.
9 Efrajim sagt:
„Ich bin reich geworden,
ich habe mir Vermögen verschafft.
In all meiner Arbeit findet man bei mir keine Schuld,
keine Verfehlung.“
10 Doch ich bin Haschem, dein Gott,
seit dem Land Ägypten.
Ich lasse dich wieder in Zelten wohnen
wie in den Tagen der festgesetzten Zeiten.
11 Ich habe zu den Propheten gesprochen,
viele Visionen gegeben,
und durch die Propheten habe ich Gleichnisse gebraucht.
12 Ist Gilad Unrecht?
Ja, es ist völlig nichtig.
In Gilgal opfert man Stiere;
auch ihre Altäre sind wie Steinhaufen
auf den Furchen des Feldes.
13 Jaakow floh ins Land Aram,
Jisrael diente um eine Frau,
und um eine Frau hütete er die Herde.
14 Durch einen Propheten führte Haschem Jisrael aus Ägypten,
und durch einen Propheten wurde es behütet.

Kommentar und Kontext

Die Haftara zu Wajetze verbindet die Lebensgeschichte Jaakows mit der späteren Geschichte Jisraels. Wie Jaakow auf der Flucht ist, Umwege geht und dennoch von Haschem begleitet wird, so beschreibt Hoschea ein Volk, das sich immer wieder von Haschem entfernt, aber dennoch nicht aufgegeben wird. Haschems Verhältnis zu Jisrael erscheint hier zugleich fordernd und zutiefst von Barmherzigkeit geprägt.

Der Text ruft zur Teschuwa auf: Rückkehr zu Haschem durch Chessed, Gerechtigkeit und Vertrauen. Gleichzeitig erinnert er an Jaakows Ringen, seine Entwicklung und seine Abhängigkeit von Haschem. Die Haftara macht deutlich, dass selbst in Zeiten von Verirrung und Täuschung Haschems Bindung an Israel bestehen bleibt und auf Wiederherstellung ausgerichtet ist.